Montag, 21. September 2009

Was es ist

Eine Kellnerin wischt die Tagesangebote von den Tafeln
Die Bäume schütteln seufzend ihre Blätter ab
Hoch am Himmel stehen nachts schon die Plejaden
und hier verblühen in den Tälern
auf den feuchten Wiesen schon die Herbstzeitlosen
Aber was es ist
woher es kommt
wohin es geht
von was es kündet
Das weiß ich nicht

Bamberg am 1. November 2007

Donnerstag, 17. September 2009

Was wurde eigentlich aus ...

... den Hightech-Badewannen der 1960er Jahre?

Falls ihr euch das tatsächlich mal gefragt haben solltet (ICH habe es mich gefragt!), dann bekommt ihr darauf jetzt die seit 40 Jahren überfällige Antwort! Hier sind sie, die Badeträume des ausklingenden Wirtschaftswunders:















Ehemaliges Stadtbad Bamberg. Die Ego-Luxuswanne geht in Rente.


Naturpark Hessenreuther Wald (Oberpfalz). Ausgewilderte Wanne am Ufer eines Teiches.

Donnerstag, 10. September 2009

J. W. v. G.: Willkomm und Abschied

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
und an den Bergen hing die Nacht;
schon stand im Nebelkleid die Eiche,
ein aufgetürmter Riese, da,
wo Finsternis aus dem Gesträuche
mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
sah kläglich aus dem Duft hervor,
die Winde schwangen leise Flügel,
umsausten schauerlich mein Ohr;
die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
floß von dem süßen Blick auf mich;
ganz war mein Herz an deiner Seite
und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
umgab das liebliche Gesicht,
und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!
Ich hofft'es, ich verdient' es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden
und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
und lieben, Götter, welch ein Glück!

Mittwoch, 5. August 2009

Abendstern

Ich weiß daß du kommst
wenn ich nicht mit dir rechne
wenn der Himmel hoch ist
und die Dämmerung beginnt

Blau und dunkel ist der Abend
Du sagst:
Sieh auf – hier bin ich!

Du kommst und gehst
nach deinen eigenen Gesetzen
Über dich wacht der Himmel

-- und wirst immer eine andere sein --

Wenn du da bist und mich anblickst - :
klar hell und mich nur meinend
liebe ich dich

Du siehst mich stehn – und ich
wend kein Auge von dir
Was bleibt mir auch anderes zu tun?

Und bist du fort
will ich nicht zu sehr trauern
denn

Ich weiß ja daß du kommst
wenn der Sommer in den Bäumen steht
wenn das hohe Gras nach dir duftet
und ich nicht mehr mit dir rechne!

Montag, 27. Juli 2009

Andre Heller: A Zigeina mecht i sein

I mecht segn, wia da Summa in die Knia geht,
so kla mecht i’n seng, den Summa,
und dann mecht i seng wia de Vögl wia Kometn promeniern,
wia de Hitzn mia ins Gnack foahrt wia a Pracker - olle Dog!
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Suntag.
A Zigeina, a Zigeina mecht i sein.
A Zigeina mecht i sein.
Kumm spui ma des Liad vom Zigeina.

Ohne Haus, ohne Stod und ohne Gegend,
ganz ohne Gegend – nichts! – fast nix,
wia a Sprungduach in des dea Himmel,
dea braade Himmel, in des da Himmel eini follt,
jeden Dog springta, jeden Dog.
Und Du - geh nacha - und Du - geh schau net so - du warst mei Oide,
mei leiwande Oide - olle Dog!
A Zigeina, a Zigeina mecht i sein.
A Zigeina mecht i sein.

Und da Regn, da Regn und da Gatsch di warn mei Pullowa,
mei Pullowa den ganzn Dog on mir, wie mein Herz, mei Pullowa,
und de Stern, da obn, de Stern am Himmel, der Jubiter, der Sadurn, der Mond,
de warn mei Huat - mei leiwanda Huat!
Und de Wiesn und de Baam und de Gräser de warn mei Schnuaboat - olle Dog!
Des dat ma gfoin des, des dat mi aufdrahn!

I will furt ... ganz weit furt, laßt`s mi ongland ongland ongland ongland ongland ongland in mei Lebn!
Ja, a Zigeina mecht i sein, mit ana rotn Feda, sonst nix!
Wer will kummt mit, wer net, der bleibt do.
A Zigeina mecht i sein.


(Zumindest soweit, wie ich den Text verstehen konnte)

Donnerstag, 23. Juli 2009