| Bebenhausen Württemberg |
Sonntag, 3. März 2019
Freitag, 1. März 2019
Mittwoch, 27. Februar 2019
Irgendeiner spinnt immer II
In einer der Mühlen zu Lautern hatte ein verrückter Schwärmer,
Augustin Bader (nach andern hieß er auch Weber,) seines
Handwerks ein Kirschner von Augsburg, der sich für einen König und
Propheten ausgab, mit seinen Genossen seinen Sitz aufgeschlagen, bis er
dort gefangen und in Stuttgart hingerichtet wurde.
Als Wiedertäufer von Augsburg 1529 verwiesen, hatte Augustin seinen Weg
nach Ulm eingeschlagen. Eine himmlische Offenbarung hatte ihm unter
Wegs gesagt, er sey zum König auf Erden bestimmt, sein Reich werde
tausend Jahre dauern, und nach ihm werde sein Geschlecht
regieren. Er warb einige Anhänger, und ließ sich zu Ulm Krone, Scepter,
Schwert, Dolch, ein mit Pelz ausgeschlagenes Gewand, einen seidenen
Leibrock und einen Sternenhimmel machen. So ausgerüstet begab er sich
mit 10 Anhängern in das einsame Lauterthal und
überredete einen Müller zu Lautern, daß er ihm und den Seinigen seinen
Stall zur Heerberge einräumte. Von hier aus glaubte die neue Majestät
ihr Reich am schnellsten zuerst über Würtemberg ausbreiten zu können,
das mit der österreichischen Regierung, unter
der es damals stand, unzufrieden, ihr am empfänglichsten für den Plan
schien. Der längere Aufenthalt der Gesellschaft und ihr Verkehr wurde
bald dem Müller verdächtig, er machte eine Anzeige und der König mit
seinem ganzen Hofe wurde unversehens in der Nacht
überfallen und gefangen nach Stuttgart abgeführt. Der noch in frischem
Andenken stehende Bauernaufruhr beschleunigte den Prozeß; Augustin und
seine Genossen wurden zum Tode verurtheilt. Am 30 März 1530 wurde
Augustin auf einem Karren durch die Straßen von
Stuttgart geführt, auf bestimmten Plätzen mit glühenden Zangen
gezwickt, sodann auf dem Markte mit demselben Schwert hingerichtet, das
er sich in Ulm für seine Königswürde hatte verfertigen lassen, und sein
Körper hierauf verbrannt. Die Andern wurden zu Nürtingen,
Tübingen und Blaubeuren enthauptet und verbrannt. Vergl. Crusius Schw.
Chronik II. S. 228., Sattler Herzoge II. 202. und III. Beyl. 151 und
152. Am besten ist die Geschichte erzählt von Herr Prof.
Veesenmayer in der Zeitschrift: Die Denkmähler. Band I Heft I. Augsburg 1819.
Memminger: Beschreibung des Oberamts Blaubeuren (Stuttgart und Tübingen 1830) 230f
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Sonntag, 10. Februar 2019
Wo die Verwirklichung des Daseinssinnes nicht mehr in der Beziehung zu Gott hin möglich ist [Augustinus, Gottesstaat], da erfährt das Menschsein eine ungeheure Verarmung, eine enorme Verkürzung in seinen Ansprüchen, ja Schrumpfung in seinem Sein. Das Problem Mensch verlangt jetzt eine neue Lösung. Ist sie nicht mehr zu suchen "im Transzendeten" oder Ewigen, so muß sie gesucht werden im Zeitlichen oder Endlichen, in Sein und Zeit, im In-der-Welt-sein also. Aber darin allein geht die "Rechnung" nicht auf. Es bleibt ein "Rest", der sich in die Endlichkeit nicht fügt, die Sehnsucht über die "weltliche" Endlichkeit des Daseins hinaus nach Einigung mit dem unendlichen und ewigen Sein. Sie ist, wir wissen es, nur möglich als Widerspruch gegen die Endlichkeit. Der Name dieser Sehnsucht lautet auch heute noch: Liebe.
Ludwig Binswanger
Grundformen und Erkenntnis menschlichen Daseins
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Freitag, 1. Februar 2019
Bebenhausener Bilder XXI
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